FAQ

F.A.Q.

Ich werde von meiner Arbeitgeberin nicht ausgebeutet – ich habe doch faire Arbeitsbedingungen?

Eine Arbeitsstelle bekommt nur, wer mehr einbringt, als sie kostet. Weil wir Arbeiterinnen jene sind, die in der Produktion den gesamten Wert herstellen und nur einen Bruchteil von diesem Wert in Form von Lohn erhalten, herrscht zwischen den Arbeitgeberinnen und uns Arbeiterinnen ein Ausbeutungsverhältnis. Wir Arbeiterinnen backen den gesamten Kuchen,…

weiterlesen >>

Mein Arbeitgeber muss doch auch arbeiten, um Geld zu verdienen?

Im Kapitalismus gibt es in der Regel zwei Arten, um an Geld zu kommen. Die einen haben Eigentum, das ihnen ermöglicht, eine Produktion in Gang zu setzen, von der sie leben können. Dies sind die Kapitalisten, welche nur eine kleine Minderheit der Menschen ausmachen. Alle andern müssen ihre Arbeitskraft verkaufen,…

weiterlesen >>

Die Arbeitgeberin trägt das ganze Risiko. Sie muss dafür sorgen, dass sie nicht Pleite geht. Daher ist es doch recht, dass sie mehr verdient als wir?

Das grösste Risiko der Arbeitgeberinnen besteht darin, dass sie ihr Eigentum verlieren könnten, bzw. dass ihr Unternehmen Konkurs geht. Damit wäre die Arbeitgeberin zu einer Arbeitnehmerin degradiert und müsste ihre Arbeitskraft – wie wir alle – verkaufen. Sie könnte nicht mehr von der Arbeitskraft anderer leben. Das ist hart, aber…

weiterlesen >>

Mein Arbeitgeber ist doch ein guter Kerl, behandelt mich anständig und sorgt dafür, dass ich mich an meinem Arbeitsplatz wohl fühle?

Die Arbeitgeber sind in der Regel daran interessiert, dass wir Arbeiter motiviert sind und gerne arbeiten. Dies jedoch nicht aus purer Menschenliebe, sondern weil sie sich dadurch produktivere Arbeiter versprechen. Der Zweck jeder kapitalistischen Produktion ist es, Gewinn zu machen. Bei Veränderungen am Arbeitsplatz steht nicht das Wohl der Arbeiter…

weiterlesen >>

Ich mache meinen Job gerne und verdiene genügend Geld, um mir ein schönes Leben zu gestalten. Ich bin doch ganz zufrieden.

Es kann sein, dass du mit deiner Arbeitssituation zufrieden bist – aufgrund der Tätigkeit, des Arbeitsklimas, den Mitarbeitenden usw. Doch dies ändert nichts daran, dass du ausgebeutet wirst. Es spricht auch nichts gegen das Arbeiten an sich. In jeder Gesellschaft ist Arbeit notwendig. Doch die Bedingungen für die Arbeiterinnen im…

weiterlesen >>

Ich gehe gerne arbeiten, bei der Arbeit kann ich mich doch selber verwirklichen?

Unter Selbstverwirklichung wird allgemein die Realisierung der persönlichen Wünsche und Sehnsüchte verstanden und damit die Entfaltung der individuellen Möglichkeiten und Talente. Wenn du arbeiten gehst, kannst du nicht selber bestimmen, was du den ganzen Tag lang – zusammen mit anderen und in Konkurrenz mit ihnen – machst; du erledigst die…

weiterlesen >>

Früher war die Arbeit viel härter und die Arbeitsbedingungen schlechter. Dem Kapitalismus verdanken wir doch diese Fortschritte?

‹Fortschritt› gibt es in dieser Wirtschaftsweise nur, wenn daraus Kapital geschlagen werden kann. Selbst wenn es Hilfsmittel gibt, die die Arbeitsbelastung verringern, werden diese nur eingesetzt, wenn es der Profitsteigerung dient. Wenn zum Beispiel neue Maschinen menschliche Arbeitskraft ersetzen, wird für die Arbeiterinnen, die ihre Stelle nicht verlieren, der Arbeitstag…

weiterlesen >>

Dank dem Kapitalismus haben wir einen hohen Lebensstandard. Ist das nicht super?

Die kapitalistische Gesellschaft produziert intensiver als je eine zuvor. Waren können dank maschineller Hilfe in einer schier unfassbaren Geschwindigkeit und Anzahl hergestellt werden. Jedoch erfolgt dieser Prozess unter einer kritikwürdigen Voraussetzung: Den Produzierenden gehört nichts von dem, was sie selber herstellen. Die Produkte sind Eigentum der Kapitalisten, an welche die…

weiterlesen >>

Wenigstens habe ich noch meinen Job. Es gibt sicher viele, die froh darum wären?

Für uns, die wir dazu gezwungen sind, unsere Arbeitskraft zu verkaufen, ist es finanziell besser einen Job zu haben, als von Beiträgen der Arbeitslosenkasse zu leben. Denn die Beiträge betragen nur 70 Prozent oder 80 Prozent (mit unterhaltspflichtigen Kindern) des vorherigen Lohns und schon dieser Lohn reichte in der Regel…

weiterlesen >>

Ich bin froh um die Konkurrenz. Die senkt doch die Preise?

Die Konkurrenz hat nicht zum Zweck uns günstige Produkte zu bringen. Im Gegenteil: Das Senken der Preise ist ein Mittel der Kapitalisten um sich in der Konkurrenz zu bewähren. Sie senken die Preise, um mehr Marktanteile zu bekommen, also mehr Kaufkraft auf sich zu ziehen. Damit dies gelingt, müssen die…

weiterlesen >>

Es sind doch die Konsumentinnen, die bestimmen was produziert wird und in den Laden kommt?

Die Marktwirtschaft ist eben keine Bedarfswirtschaft. Der Bedarf, also die Produkte, die wir wollen, wird nicht gesellschaftlich an Hand der Bedürfnisse festgelegt und die Produktion danach geplant. Klar wird auch im Kapitalismus geplant, aber es plant immer nur jedes einzelne Unternehmen für sich. Ob das Unternehmen erfolgreich geplant hat, zeigt…

weiterlesen >>

Ich trage Nike-Schuhe und esse im McDonalds, da kann ich doch nicht den Kapitalismus kritisieren?

Die kapitalistische Produktion ist mittlerweile fast in jedem Winkel der Welt angekommen und es ist unmöglich, sich dem kapitalistischen Alltag zu entziehen, ohne sich grössten Entbehrungen auszusetzen. Es gibt Unternehmen, welche ihre Arbeiter besonders schlecht behandeln oder rücksichtslos mit der Umwelt umgehen, aber kapitalistisch produzieren müssen sie alle. Denn wenn…

weiterlesen >>

Es sind doch wir Bürgerinnen der reichen Länder, welche die Menschen in der ‹Dritten Welt› ausbeuten?

Es ist schon komisch, dass, die Lohnabhängigen hierzulande auch noch für die Ausbeutung verantwortlich sein sollen, weil sie sich eine günstige Aubergine, 2-Franken-Socken aus pakistanischer Baumwolle, ein Velo aus Taiwan und ein neuen billigen Flachbildschirm aus China kaufen. Was sollen sie denn sonst tun? Auch noch auf das bisschen ‹Luxus›…

weiterlesen >>

Den Menschen in Afrika geht es noch viel schlechter. Da müssen wir doch froh sein, dass bei uns niemand verhungert?

Es ist ziemlich zynisch, in einer Welt, in der es eine enorme Überproduktion an Nahrungsmitteln gibt, zu postulieren, man solle froh sein, dass man nicht verhungert. Dass es vielen Menschen in Afrika und weiteren Kontinenten so schlecht geht, ist eine unsägliche Tragödie. Während Tag für Tag zehntausen- de von Menschen…

weiterlesen >>

Der Mensch ist egoistisch, faul, gierig. Er ist wie er ist, das gehört zum Wesen des Menschen.

Dass Menschen nicht per se egoistisch, faul oder gierig sind, ist offensichtlich. Dazu braucht es nur einen Blick in die unterschiedlichsten Tätigkeiten der Menschen. Da gibt es welche, die x Stunden freiwillige Arbeit leisten um zum Beispiel ältere Menschen zu pflegen, andere schuften Tag für Tag von morgens bis abends…

weiterlesen >>

Die raffgierigen Managerinnen sind doch schuld an unserer schlechten Wirtschaftslage, da gehört es sich doch nicht, dass sie auch noch so hohe Boni kriegen?

Seit die sogenannte ‹Finanzkrise› in den Medien mehr oder weniger omnipräsent ist, sorgen die Managerinnen mit ihren sehr hohen Löhnen für Empörung. Es ist verständlich, dass sich Viele daran stören, wenn einige Wenige während eines Jahres Löhne und Boni beziehen, welche wir Arbeiterinnen während unseres ganzen Lebens nicht verdienen werden….

weiterlesen >>

Der Staat sind doch wir alle?

Nein, der Staat sind nicht wir alle. Bürgerinnen eines Staates sind eben gerade nicht der Staat, sondern das Volk, das regiert wird. Der Staat ist die institutionalisierte Herrschaft über ein Volk auf einem bestimmten Gebiet. Dass der Staat Herrschaft bedeutet, ist für viele Menschen nicht so offensichtlich, weil in einer…

weiterlesen >>

Der Staat ist doch eine grosse Gemeinschaft von Menschen, die sich zusammenschliessen?

Welchem Staat man angehört, ist nicht eine Sache, die man entscheiden kann. Wo man geboren wird, kann man sich nicht aussuchen, und ob man irgendwo das Bürgerrecht bekommt, genauso wenig. Schon bevor man auf der Welt ist, ist man Untertan des jeweiligen Staates und seinen Gesetzen unterworfen. Es ist ein…

weiterlesen >>

Demokratie ist das beste politische System. Wir können doch abstimmen und wählen?

Im Vergleich zu anderen politischen Systemen wird die Demokratie gerne als lobendes Beispiel für ein System aufgeführt, in dem die Menschen eine ‹echte› Möglichkeit zur Mitbestimmung haben. Es mag sein, dass die Demokratie im Vergleich zur Monarchie oder zur Diktatur ganz gut dasteht – von einem System, in dem wir…

weiterlesen >>

Wir haben doch einen funktionierenden Sozialstaat, welcher dafür sorgt, dass niemand verhungert und dass es allen gut geht?

Wenn es in einer Gesellschaft, die von Überproduktion von Lebensmittel nur so strotzt, für positiv gehalten wird, dass niemand verhungert, ist das nicht gerade ein Lob für diese Verhältnisse. Dass es nicht einmal im blühenden Kapitalismus eine Selbstverständlichkeit ist, dass niemand am Hungertuch nagen muss, zeigt sich fortwährend und speziell…

weiterlesen >>

Staat, Gesetze und Polizei braucht es doch, damit die Gewalt nicht überhand nimmt?

Die Gewalt in unserer Gesellschaft hat meist einen materiellen Grund. Insgesamt fielen im Jahr 2011 73 Prozent der Straftaten gegen das Strafgesetz- buch unter die Kategorie ‹Vermögensdelikte›, also beispielsweise Diebstahl und Raub. Rechnet man noch die Delikte ‹Hausfriedensbruch bei Diebstahl›, ‹Fälschung von Geld› und ‹Fahrzeugentwendung-/diebstahl› hinzu, kommt man sogar darauf,…

weiterlesen >>

Was ist nun aber mit den Gewalttaten, welche keinen materiellen Hintergrund haben?

Von den übrigbleibenden 6.5 Prozent Straftaten können einige ebenfalls aus den hiesigen Verhältnissen kommen. So sind etwa 3 Prozent Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetz. Das Handeln mit Drogen hat selbstverständlich ebenfalls einen materialistischen Hintergrund; die kollektive ‹Selbstbetäubung› an Wochenenden oder gar unter der Woche ist teilweise ein Fluchtversuch vor dem unschönen…

weiterlesen >>

Was wollt ihr denn?

Wir wollen eine Wirtschaft, die sich an den Bedürfnissen der Menschen und nicht am Profit orientiert. Wir nennen das mal Bedarfswirtschaft. Die Bedarfswirtschaft hat gleich mehrere Vorteile. Die Menschen erhalten für (viel) weniger Arbeit mehr Gebrauchsgüter: Einerseits weil viele Arbeiten, wie solche im Finanzsektor, bei Versicherungen, oder im Verkauf überflüssig…

weiterlesen >>

Was kann ich jetzt konkret tun, um etwas zu verändern?

Alleine etwas zu verändern ist schwierig, aber mit einer Masse kannst du viel erreichen. Wenn du also wirklich etwas bewirken willst, dann organisiere dich. Dazu brauchst du Menschen, die deine Kritik an diesem System teilen und die Welt verändern wollen. Ein revolutionäres Bewusstsein zu entwickeln ist ein Prozess, der durch…

weiterlesen >>