Was ist nun aber mit den Gewalttaten, welche keinen materiellen Hintergrund haben?

Von den übrigbleibenden 6.5 Prozent Straftaten können einige ebenfalls aus den hiesigen Verhältnissen kommen. So sind etwa 3 Prozent Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetz. Das Handeln mit Drogen hat selbstverständlich ebenfalls einen materialistischen Hintergrund; die kollektive ‹Selbstbetäubung› an Wochenenden oder gar unter der Woche ist teilweise ein Fluchtversuch vor dem unschönen Alltag – grösstenteils übrigens legal. Auch Tötungsdelikte oder Körperverletzungen können aus den hiesigen Verhältnissen entstehen. Allerdings wird es das Paradies auf Erden wohl nie geben; was wir aber können, ist möglichst alle Gegensätze aus der Welt schaffen – was im derzeitigen Wirtschaftssystem nicht möglich ist, da es auf diesen Gegensätzen beruht.

Der Staat ist auch nicht geschaffen zur Bekämpfung dieser restlichen 6.5 Prozent Gewalttaten. Denn dafür bräuchte er weder eine Armee, noch eine Polizei dieser Grösse. Der Staat hält die Menschen auch nicht von Straftaten ab, denn sonst bräuchte er kein Strafgesetzbuch. Die Bestrafung schafft die Gründe der Gewalttaten nicht aus der Welt, sie kann höchstens in die ‹Berechnung› der Menschen einfliessen; dann denkt sich etwa einer: «Ich begehe diese Straftat nicht, da mir das Risiko, dass ich erwischt werde, zu hoch ist.» Um Gewalttaten zu verhindern, muss man die Gründe möglichst aus der Welt schaffen – alles andere ist ein ewigwährender Kampf gegen Windmühlen.

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