Früher war die Arbeit viel härter und die Arbeitsbedingungen schlechter. Dem Kapitalismus verdanken wir doch diese Fortschritte?

‹Fortschritt› gibt es in dieser Wirtschaftsweise nur, wenn daraus Kapital geschlagen werden kann. Selbst wenn es Hilfsmittel gibt, die die Arbeitsbelastung verringern, werden diese nur eingesetzt, wenn es der Profitsteigerung dient. Wenn zum Beispiel neue Maschinen menschliche Arbeitskraft ersetzen, wird für die Arbeiterinnen, die ihre Stelle nicht verlieren, der Arbeitstag nicht kürzer und die Belastung nicht geringer. Der ‹Fortschritt› dient nicht der Entlastung, sondern immer der Produktivitätssteigerung. Offensichtlich wird dies auch da, wo noch immer Billiglohnarbeiterinnen anstrengende Handarbeit verrichten, obschon es moderne Technologie gäbe. Der Einsatz von Maschinen lohnt sich hier eben (noch) nicht. Ebenfalls werden umweltfreundlichere Produktionsmethoden nicht umgesetzt, obwohl sie längst entwickelt wären.

Wenn es im Vergleich zu früher bessere Arbeitsbedingungen gibt – wie zum Beispiel kürzere Arbeitszeiten – sind diese durch Arbeitskämpfe errungen oder von Kapitalistinnen aus eigennützigen Gründen gewährt worden. Überlastete Arbeiterinnen neben Arbeitslosenheeren zeigen offensichtlich: ‹Fortschritt› ist hier kein Fortschritt für die Menschen sondern fürs Kapital.

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