Es sind doch wir Bürgerinnen der reichen Länder, welche die Menschen in der ‹Dritten Welt› ausbeuten?

Es ist schon komisch, dass, die Lohnabhängigen hierzulande auch noch für die Ausbeutung verantwortlich sein sollen, weil sie sich eine günstige Aubergine, 2-Franken-Socken aus pakistanischer Baumwolle, ein Velo aus Taiwan und ein neuen billigen Flachbildschirm aus China kaufen. Was sollen sie denn sonst tun? Auch noch auf das bisschen ‹Luxus› verzichten? Teurere Produkte kaufen, damit sie auf andere gänzlich verzichten müssen?

Der Lohn ist beschränkt und auch wenn er – zum Beispiel mittels Lohnkämpfen – ab und zu erhöht werden kann, wird er von den Kapitalistinnen bestimmt. Genauso wie der Ort der Produktion, was für Produkte in die Regale kommen und zu welchen Preisen. Da nützt auch die ‹Konsumentenmacht› wenig, wenn die Lohnabhängigen mit beschränktem Budget nicht bestimmen, sondern nur auswählen können, zwischen dem was die Kapitalistinnen zu den jeweiligen Preisen in die Regale stellen lassen.

Ob in den sogenannten ‹reichen Länder› oder in der ‹Dritten Welt›: Es sind nicht die Konsumentinnen, welche bestimmen können was produziert wird und unter welchen Bedingungen jemand zu leben und zu arbeiten hat. Es sind die Kapitalistinnen, welche uns Arbeiterinnen ausbeuten und bestimmen mit welchen finanziellen Verhältnissen wir klarkommen müssen.

<< zurück