Es sind doch die Konsumentinnen, die bestimmen was produziert wird und in den Laden kommt?

Die Marktwirtschaft ist eben keine Bedarfswirtschaft. Der Bedarf, also die Produkte, die wir wollen, wird nicht gesellschaftlich an Hand der Bedürfnisse festgelegt und die Produktion danach geplant. Klar wird auch im Kapitalismus geplant, aber es plant immer nur jedes einzelne Unternehmen für sich. Ob das Unternehmen erfolgreich geplant hat, zeigt sich erst am Markt: Es entscheidet sich daran, ob die Leute die Ware auch kaufen – und zwar ausschliesslich zu einem Preis, bei dem für das Unternehmen ein Gewinn raus schaut. Denn der Gewinn ist der Grund dafür, dass produziert wird, und ohne Gewinn kann im Kapitalismus langfristig nicht weiter produziert werden. Die Bedürfnisse der Konsumentinnen werden von den Kapitalistinnen ausgenutzt, um damit Profit zu machen, und nur dann berücksichtigt, wenn damit Profit gemacht werden kann. Was nicht gewinnbringend ist, wird nicht produziert und kommt erst recht nicht in den Laden, auch wenn das Bedürfnis danach vorhanden ist. In Afrika verhungern Kinder nicht, weil sie nicht das Bedürfnis nach Essen verspüren, sondern weil es sich für die Kapitalistinnen nicht lohnt, ihren Hunger zu befriedigen.

Für die Planung der Kapitalistinnen sind die Konsumentinnen ein wichtiger Faktor, diese sollen die Waren ja schlussendlich auch kaufen. Die Kapitalistinnen sind also interessiert zu wissen, für was die Konsumentinnen bereit sind, ihr Geld auszugeben, und wieviel davon. Deshalb betreiben sie Marktforschung. Dabei können zahlungsfähige Konsumentinnen durchaus das Angebot beeinflussen, wenn sie massenweise bestimmte Produkte nachfragen. Nur: Wenn man bestimmen will, was und wie produziert werden soll, muss man schon bei der Produktionsweise selber ansetzen, und nicht als Verbraucherin im Laden zwischen den Produkten auswählen, die einem die Kapitalistinnen zu vorgegebenen Preisen hinstellen lassen.

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