Die raffgierigen Managerinnen sind doch schuld an unserer schlechten Wirtschaftslage, da gehört es sich doch nicht, dass sie auch noch so hohe Boni kriegen?

Seit die sogenannte ‹Finanzkrise› in den Medien mehr oder weniger omnipräsent ist, sorgen die Managerinnen mit ihren sehr hohen Löhnen für Empörung. Es ist verständlich, dass sich Viele daran stören, wenn einige Wenige während eines Jahres Löhne und Boni beziehen, welche wir Arbeiterinnen während unseres ganzen Lebens nicht verdienen werden.

Managerinnen haben die Aufgabe, dem Unternehmen, bei dem sie angestellt sind, zum Erfolg zu verhelfen. Sie müssen dafür sorgen, dass sich das von den Kapitalistinnen eingesetzte Geld auch als Kapital bewährt, sich also vermehrt. Ihr Gehalt mag ein Ausweis für die Grösse und den Erfolg des Unternehmens sein, das sie managen. Es wird aber gezahlt, damit die Managerinnen – die Funktionärinnen der Kapitalistinnen – ihre Aufgabe gewissenhaft im Sinne der Eigentümerinnen erledigen. Sie müssen die Arbeit anderer möglichst rentabel organisieren. Die Boni und hohen Löhne sind also Folge aus der Konkurrenz der Unternehmen und ihrem Zweck, Kapital zu vermehren. Tiefere Managerlöhne würden an diesem Zweck auch nichts ändern, es bliebe einfach mehr fürs Kapital übrig.

Das ‹gierige› und ‹inkompetente› Managerinnen Schuld an der schlechten Wirtschaftslage seien, lebt vom Ideal, das System würde ohne Krisen funktionieren, wenn ‹die da oben› ihre Sache nur richtig machen würden (und dann gäbe es wohl auch an ihren Löhnen nichts auszusetzen?!). Krisen sind im Kapitalismus aber systemisch, das heisst: Gerade wenn die Managerinnen ihre Aufgabe richtig machen, führt das zum Beispiel zu Überproduktion von Waren und/oder zu entsprechenden Kreditoperationen.

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