Die Arbeitgeberin trägt das ganze Risiko. Sie muss dafür sorgen, dass sie nicht Pleite geht. Daher ist es doch recht, dass sie mehr verdient als wir?

Das grösste Risiko der Arbeitgeberinnen besteht darin, dass sie ihr Eigentum verlieren könnten, bzw. dass ihr Unternehmen Konkurs geht. Damit wäre die Arbeitgeberin zu einer Arbeitnehmerin degradiert und müsste ihre Arbeitskraft – wie wir alle – verkaufen. Sie könnte nicht mehr von der Arbeitskraft anderer leben. Das ist hart, aber keine Arbeitsstelle im Kapitalismus ist sicher, schon gar nicht die von uns Arbeitnehmerinnen. Das Risiko einer Entlassung besteht immer und übt auch einen entsprechenden Druck auf uns Arbeitnehmerinnen aus. Noch bevor die Arbeitgeberinnen Konkurs gehen, spüren das viele Arbeitnehmerinnen an ihrem eigenen Leib. Kurzarbeit, Lohnsenkungen und Stellenabbau stehen an. Spätestens wenn die Pleite nicht mehr abgewendet werden kann, stehen die Arbeitnehmerinnen gemeinsam mit ihrer Arbeitgeberin auf der Strasse.

Es ist bezeichnend, dass sich manche Arbeitgeberinnen nach dem Konkurs ihres Unternehmens lieber umbringen, als ein Leben zu führen, das an Lohnarbeit gebunden ist, wie wir Arbeitnehmerinnen das tun müssen.

Die meisten Kapitalistinnen ziehen es dann doch vor, ihrer letzten Habseligkeiten wie Ländereien, Schlösser und die liebgewonnene Rolls-Royce-Sammlung einige Monate vor der Pleite an nahe Familienangehörige zu verschenken, statt diese dem Konkursamt zu überlassen.

<< zurück