Der Staat ist doch eine grosse Gemeinschaft von Menschen, die sich zusammenschliessen?

Welchem Staat man angehört, ist nicht eine Sache, die man entscheiden kann. Wo man geboren wird, kann man sich nicht aussuchen, und ob man irgendwo das Bürgerrecht bekommt, genauso wenig. Schon bevor man auf der Welt ist, ist man Untertan des jeweiligen Staates und seinen Gesetzen unterworfen. Es ist ein hoheitlicher Gewaltakt, der die Menschen zu Schweizer, Deutschen, Chinesen, Südafrikanern oder Argentiniern macht. Von einem freiwilligen Zusammenschluss, wie man das etwa zum Betreiben einer Sportart macht, kann beim Staat definitiv nicht die Rede sein. Auch ist es ein Irrglaube, zu denken, die Bürger eines Landes würden wegen ihrer Kultur oder Sprache ein Volk bilden. Oder wieso gehören die Romands nicht zu Frankreich? Oder wieso bilden nicht alle spanisch-sprechenden Läder in Südamerika eine Nation? Oder was hast du mit UBS-CEO Sergio P. Ermotti gemeinsam? Habt ihr nicht eine ganz andere ‹Kultur› und habt doch beide den Schweizer Pass?

Bei all den unterschiedlichen Menschen eines ‹Volkes› bleibt nur eine einzige Gemeinsamkeit: Sie unterliegen derselben Staatsmacht.

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